Über uns

20 Jahre nach der politischen Wende im Gebiet der ehemaligen DDR haben wir die Ostdeutsche Arbeitsgemeinschaft Suchtmedizin (OAGS) gegründet. Sie versteht sich als eine überregionale Vereinigung von Suchtmedizinern aus Ostdeutschland. Sie will in erster Linie den Erfahrungsaustausch, die fachliche Weiterbildung, die Diskussion der Standpunkte und das gemeinsame Engagement in Gesundheitspolitik und praktischer Suchtkrankenhilfe fördern.

 

 

 

Entwicklung

In der DDR war die Behandlung von Suchtkrankheiten als psychische Störungen allein Sache der Psychiatrie. Illegale Drogen spielten in dem nach außen hermetisch abgeriegelten Staat kaum eine Rolle. Legale Drogen wie Alkohol, Nikotin und Medikamente wurden aber massenhaft konsumiert. „Trinkfest sein" galt selbst unter Bonzen als Ehrensache, geraucht wurde viel, Ärzte verschrieben fleißig Benzodiazepine. Entstanden aber aus dem Konsum dieser weitverbreiteten Substanzen manifeste Abhängigkeitserkrankungen, erfüllten die davon Betroffenen nicht mehr die Vorstellung vom „sozialistischen Menschenbild„. Oft wurden sie zu Randfiguren der Gesellschaft abgestempelt und in das psychiatrische Milieu abgesondert, sozial befürsorgt, persönlich reglementiert oder man überließ sie in ihrer Not sich selbst. Formen der Selbsthilfe versuchte man jedoch weitgehend als unerlaubten Entzug aus der Obhut staatlicher Fürsorge und der Beaufsichtigung zu unterbinden.Nach 1989 vollzog sich zunächst eine „Entpsychiatrisierung„ der Suchtkrankenbehandlung und es entstand ein völlig neues integratives Suchtkrankenhilfesystem, in dem Suchtmediziner, psychosoziale Institutionen und Betroffene zusammenwirken. Allerdings gibt es noch heute, 20 Jahre nach der Wende, große Unterschiede in der Entwicklung der Suchtmedizin und Suchtkrankenhilfe auf dem Gebiet der ostdeutschen Bundesländer.

Schwerpunkte der OAGS-Arbeit

 

 

  • Veranstaltungen zum Erfahrungsaustausch zur Aus- und Weiterbildung und Information für Suchtmediziner und Mitarbeiter

 

  • Informations- und Diskussionsforen für die interessierte Öffentlichkeit, insbesondere für Betroffene und Angehörige

 

  • Publikationen

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